Dienstag, 16. Mai 2017

Zwei weitere Werke ergänzen das Zwickauer Max-Pechstein-Museum

UebergabeParavent_Julia_und_Alexander_Pechstein_2016Zwickau.- Seit Samstag, 13. Mai 2017, ist nach kurzer Umbauphase das Max-Pechstein-Museum in den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU wieder geöffnet. Nun haben zwei weitere Werke des weltbekannten Zwickauer Künstlers ihren Platz in der Dauerausstellung gefunden. Ein 80 x 100 cm großes Ölgemälde aus dem Jahr 1919 sowie beidseitig gestaltete Tafeln eines nunmehr rekonstruierten Raumteilers, der unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurde.
Beide Werke stehen beispielhaft für die Bandbreite des künstlerischen Schaffens von Max Pechstein. Als gelernter Dekorationsmaler und ehemaliger Meisterschüler für Monumental- und Raumkunst arbeitete er über Jahrzehnte hinweg auch im angewandten Bereich, führte Wandmalereien aus und gestaltete Mosaike oder Glasbilder. Dabei verwundert es nicht, dass er Zeit seines Lebens großen Wert auf ein ganzheitlich ausgestaltetes Interieur seiner Lebens- und Arbeitswelt legte. In diesem Zusammenhang lässt sich auch der Paravent mit Südsee-Motiven einordnen, den die Max Pechstein-Urheberrechtsgemeinschaft für die große Ausstellung „Der Traum vom Paradies. Max und Lotte Pechsteins Reise in die Südsee“ im letzten Jahr dem Museum geschenkt hatte. Nach erfolgter Restaurierung können die bemalten Füllungen nun in einem neuen Rahmengestell dauerhaft präsentiert werden.
Im Hauptsaal des Max-Pechstein-Museums ist zudem eine neue Dauerleihgabe aus Privatbesitz in den Rundgang integriert worden: Auf dem Gemälde ist eine Ansicht des Haffs in Nidden auf der kurischen Nehrung (heute Litauen) zu sehen, die Pechstein 1919 geschaffen hat. Damit ist nun ein weiterer Ort in der Ausstellung präsent, der das Werk des naturverbundenen Künstlers prägte. Neben Palau (Südsee) und Leba (Pommern) war die Künstlerkolonie in Nidden für Pechstein in den Jahren 1909, 1911, 1912, 1919, 1920 und 1939 sein Malerparadies, in dem er die Einheit von Mensch und Natur sowie das einfache Leben erfahren konnte. Dem Menschen und Künstler Pechstein wohnte eine große Sehnsucht nach Ursprünglichkeit inne - in einer Zeit, in der sich die ganze Welt im Zuge der Industrialisierung gewandelt hatte und die unaufhaltsame Welle des technischen Fortschrittes die Menschheit zu überrollen schien. In dieser gesuchten Abgeschiedenheit bannte er die ihm umgebende Landschaft auf Leinwand oder Rupfen und porträtierte die einheimischen Fischer bei ihrer harten, täglichen Arbeit in und mit der Natur. Auch wenn Max Pechsteins Mal- und Zeichenstil im Laufe seines Künstlerlebens variierte, so bilden die Motive, die er an der Ostseeküste fand, eine wichtige Konstante innerhalb seines Werkes und sind entsprechend auch in der Zwickauer Dauerausstellung vertreten.
Die Werke im Pechstein-Museum sind immer wieder auch begehrte Leihobjekte, wie etwa demnächst für die Ausstellung „Max Pechstein. Künstler der Moderne“ im Bucerius Kunstforum in Hamburg (20. Mai bis 3. September 2017). Um in solchen überregionalen Schauen präsent zu sein und um damit auch für Zwickau zu werben, ist im Rahmen der Umgestaltung ein neues, flexibles Beschriftungssystem angebracht worden. Als Austausch für die entliehenen Werke zeigt das Museum hier im Wechsel graphische Arbeiten Pechsteins aus der Sammlung.
Foto oben: Julia und Alexander Pechstein bei der Übergabe des Paravents im April 2016
Kleines Foto: Max Pechstein - Am Haff, 1919 (Öl auf Rupfen), Dauerleihgabe aus Privatbesitz

Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau